Und, wie wars?
Cordoba war ein echtes Desaster und erschütterte die deutsche Fußballnation. Was uns aber viel mehr interessiert: Wie wars für dich? Was hast du damals erlebt, was empfunden, was gemacht? Deshalb haben wir das Board My private Cordoba ins Leben gerufen. Schick uns einfach deinen persönlichen Eindruck der WM 78 an die E-Mail-Adresse "info at rache-fuer-cordoba.de". Die interessantesten Einsendungen werden hier veröffentlicht und erhalten ein exklusives Rache-Shirt.
Schreib es dir von der Seele!
Ich war damals grade mal 5 Jahre alt und erinnere mich an das Spiel selber nicht mehr so richtig. Aber ich erinnere mich noch sehr gut, dass mein Vater mit den Tränen kämpfte. Das war für uns Kinder insofern ungewöhnlich, weil er ansonsten das ganze Jahr über bei jedem Anlass und Wehwehchen seine „Ein-Indianer-kennt-keinen-Schmerz-Parole“ zur Hand hatte. Ich hab ihn auch nur noch einmal so den Tränen nahe gesehen. Bei der Hochzeit meiner jüngeren Schwester. Und da hatte er auch wirklich jede Hoffnung aufgegeben, diesen Tag jemals zu erleben. Spätestens nachdem sie als eine der ersten Frauen den Wehrdienst angetreten hatte ;-)
Thomas S., Essen
Cordoba, das ist für mich immer gleichbedeutend mit einem der beschissensten Urlaubserlebnisse meiner Kindheit. In Baden-Würtenberg hatten wir 1978 als einziges Bundesland schon Mitte Juni Sommerferien und ich (damals 9) und meine Eltern waren wie jedes Jahr in Bibione. Es waren aber bedeutend weniger deutsche Touristen da wie üblich (siehe Sommerferien oben). Natürlich haben wir uns auch das Spiel angeschaut in irgendeiner Pizzeria – wir und noch ein paar Italiener. Irgendwie waren die Italiener, die bei der WM 1974 in Deutschland ja bereits in der Vorrunde ausgeschieden sind, für die Österreicher. Vielleicht hätte mein Vater nach dem ersten Liter Hauswein aufhören sollen. Mit Sicherheit hätte er besser nicht allein Fußballgesänge gegen Italien anstimmen sollen. Nicht vor dem Essen. Nach vier Tagen schwerem Durchfall fuhren wir vorzeitig heim.
Karsten L., Stuttgart