Rache für Cordoba!

Zum narrisch wern

Beide Teams, Deutschland wie auch Österreich glänzten in der Zwischenrunde nicht gerade durch Leistung. Umso wichtiger war es für Deutschland – damals immerhin noch amtierender Fußballweltmeister – den südlichen Nachbarn deutlich abzuledern. Am 21. Juni 1978 war es dann soweit und drei Akteure sollten in die Fußballgeschichte eingehen: Hans Krankl, Hubert „Berti“ Vogts und Edi „I werd narrisch“ Finger.

Das Spiel begann von beiden Seiten eher verhalten. Karl Heinz Rummenigge erzielte schließlich in der 19. Minute das Führungstor und den einzigen Treffer der ersten Halbzeit. Neuen Antrieb erhielt die österreichische Elf ausgerechnet durch das Eigentor des späteren Bundestrainers Berti Vogts in der 59. Spielminute. Sieben Minuten später schoss Hans Krankl die Führung für Österreich, doch Bernd Hölzenbein konnte in der 68. Minute erneut ausgleichen. In der 88. Minute war es dann erneut Hans Krankl, der den deutschen Keeper Sepp Maier stehen ließ und den Siegtreffer erzielte.

Krankl avancierte damit zum Nationalhelden und der österreichische Kommentator Edi Finger wurde mit seinem Siegesgeschrei (I werd narrisch) unsterblich. Noch einer hat damals den Mund etwas zu voll genommen – allerdings mit eher unangenehmen Konsequenzen. Hans Krankl rief nach dem Spiel “Wo sind die Herren der Bildzeitung?” und wie er sie sah “Ihr habts a mords Glück ghabt, dass i net in Form war!” Die Bildzeitung nahms mit ihrem ganz eigenen Humor und veröffentlichte kurz darauf die private Telefonnummer Krankls. Die Reaktion der deutschen Fans unmittelbar nach dem Spiel hatte allerdings nichts mit Humor zu tun. Überall herrschte Fassungslosigkeit. In Scheffau am Wilden Kaiser schnitt sich ein DFB-Fan sogar die Pulsadern auf.

Cordoba das ist nicht nur Fußball – es ist Geschichte.

Und 2008 schreiben wir Geschichte.